Ausgrenzung

Heute bin ich beim Stöbern über einen Beitrag zum Thema “Ausgrenzung” in der Zeit gestoßen, der mich ins Grübeln gebracht hat und auch im Hinblick auf den Mikrokosmos “Twitter” einige deutliche Parallelen aufzeigt.

Es handelt sich dabei um eine sehr interessante Geschichte aus dem Leben einer Familie, die aus der Stadt hinaus auf’s Land gezogen ist und dort einige bittere Erfahrungen machen musste.

http://www.zeit.de/2016/31/ausgrenzung-umzug-stadt-land

Aktueller Beitrag der Zeit-Online

Auch im Beitrag versucht besagte Familie in Kreise einer Dorfgemeinschaft vorzustoßen, in denen sie einfach keinen Zugang bekommt und bewusst außen vor gelassen bzw. knallhart ausgegrenzt wird.

Gleiches kann man auch immer wieder in der Welt von Twitter beobachten. Ich hatte das im Blog-Beitrag “Offline” schon einmal durchaus kritisch beschrieben.

Da gibt es die selbst ernannten Elitären, die zwar halbwegs wissen wie herum man einen Tennis-Schläger richtig hält, sich selbst als Krone der Schöpfung sehen, jedoch weder mit Wortwitz noch mit Eloquenz wirklich überzeugen können und dennoch blicken sie auf den Rest der anderen herab und teilen dies auch immer wieder mit deutlichen, abfälligen Worten ihrer Leserschaft mit.

Sie werden beachtet und in den Himmel gelobt!

Es gibt die, die auf ihrer angeblich hohen Bildung herum reiten, für die ein “einfacher Arbeiter” nur Unterschicht ist und sie selbst beanspruchen Sichtweisen und Auffassungen für sich, die sie anderen grundsätzlich von vorne herein absprechen. Sie haben ihre Meinung, sind zu keiner Diskussion bereit und überhaupt existieren neben ihnen, Verzeihung, unter ihnen nur “Lappen” und “Ficker” die von nichts eine Ahnung haben.

Sie werden beachtet und in den Himmel gelobt!

Jede dieser “Pseudo-Eliten” versucht, ähnlich wie im Beitrag auch, ihr Umfeld gegen andere Mächte abzuschotten und ihnen mit allen nur erdenklichen Mitteln den Zugang zu verweigern.

Wer nicht ins auferlegte Weltbild passt wird weggebissen

Getreu dem Motto “Pack schlägt sich, Pack verträgt sich” wird da auch mal schnell ein Shitstorm inszeniert, um einen zu selbstsicheren Follower mundtod zu machen, bevor er zu einer Bedrohung wird und in den für sich selbst beanspruchten Bereich vordringen kann und dort vielleicht noch größeren Schaden anrichtet.

Da kann es auch schon mal sein, dass Einladungen erst öffentlich ausgesprochen und dann klammheimlich zurückgezogen werden, um Menschen gezielt von Veranstaltungen fernzuhalten. Dabei ist es unerheblich, ob es sich dabei um flüchtige Bekannte oder sogar nahestehende Personen des direkten Umfelds handelt.

In erster Linie geht es darum seinen “eigenen guten, schlechten oder billigen Ruf” innerhalb der jeweiligen Gruppe aufrecht zu erhalten. Da ist das eine oder andere Opfer durchaus legitim und fällt unter den Begriff “Kollateralschaden”.

Das gerade diese Menschen der Online-Welt bereits eine größere Bedeutung beimessen, als dem Gegenüber aus Fleisch und Blut macht deutlich, welchen Einfluss diese Medien auf das gesellschaftliche Miteinander haben und wie weit sie selbst bereits vom “normalen” Miteinander entfernt sind.

Unterm Strich bin ich froh, mittlerweile einen gesunden Abstand zu diesem Medium gefunden zu haben. Ich schaue nur noch hin- und wieder vom Spielfeldrand dem teilweise aberwitzigen Treiben der elitären Gesellschaft als unbeteiligter Beobachter zu. Meist verliere ich schon nach kurzer Zeit das Interesse, schüttele den Kopf und wende mich anderen, sinnvolleren Beschäftigungen zu.

In aktiven Zeiten sind mir viele Dinge überhaupt nicht aufgefallen, die sich jetzt erst in voller Größe zeigen und teilweise ein völlig anderes Bild von Situationen und Menschen zeichnen. Manchmal überraschend und entgegen aller Erwartungen, manchmal allerdings auch das erschütternde Gegenteil. Da sind in den letzten Wochen so manche Sternchen mit einem lauten Knall geplatzt.

Unterm Strich passiert im Universum von Twitter nichts anderes wie in unserer Gesellschaft auch. Man bekommt es lediglich in voller Konzentration und weitaus rücksichtsloser als im echten Leben zu spüren.

Ob man das braucht oder nicht, muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden.

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