Ein Sonntag wie im Bilderbuch

Warum auch immer war der Sonntag bisher ein Erfolg auf ganzer Linie, auch wenn die Zeichen eigentlich auf Sturm standen bzw. stehen aber vielleicht ist der Druck auf dem Kessel einfach noch nicht hoch genug.

Schon um kurz nach sieben bin ich meiner Zahnärztin beim Bäcker in die Arme gelaufen, die mir bisher noch überhaupt nicht so attraktiv vorgekommen ist. Was Räuberzivil in einer unverfänglichen Umgebung an einem Sonntag doch alles ausmachen kann.

Nach einem gemütlichen Frühstück habe ich mich daran gemacht, die ersten Touren für den bevorstehenden Urlaub am PC zu planen und war schon da in meinen Gedanken eigentlich mitten in der Bergwelt. Dem Ort an dem ich mich wohl fühle, der Ort an den ich einfach irgendwie gehöre.

Dabei herausgekommen sind bis jetzt vier wunderschöne Touren von “Einlaufen” bis “Anspruchsvoll”. Alles Ecken, die ich zwar bereits von der Örtlichkeit her kenne, aber deren wirkliche Reize mir erst jetzt in die Augen springen.

Natürlich sind auch ein paar Finessen dabei, mit denen ich selbst einmal testen möchte wo denn meine mentalen und körperlichen Grenzen liegen. Keine Frage. Auch habe ich jetzt den Vorteil als Einzelgänger auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Ich bin nur mir alleine gegenüber verantwortlich. Vieles war in den vergangenen Urlauben mit Rücksicht auf die Mitwanderer schlicht zu gefährlich oder einfach nicht möglich. Jetzt geht’s endlich auf’s Ganze.

Natürlich wurde auch unter diesem Gesichtspunkt noch ein wenig an der Ausrüstung gefeilt und das eine oder andere geordert, um in möglichst jeder Situation optimal aufgestellt zu sein bzw. auch in einem Notfall adäquat reagieren zu können.

Nach einem guten Stück Kuchen und einer großen Tasse Kaffee ging es dann auf eine kurze Stippvisite in die Online-Welt. Kurz deshalb, weil ich bereits nach wenigen Minuten wieder nur noch mit dem Kopf schütteln musste. Das folgende Bild beschreibt es glaube ich relativ gut.

Kopf -> Tisch

Ein typischer Sonntag auf Twitter eben. Der Großteil ist tiefenentspannt unterwegs und genießt die Ruhe.

Die Zisch und Weg-Fraktion brüstet sich stolz damit wieder einmal erfolgreich ihrer Leber knallhart die Grenzen aufgezeigt zu haben, während andere bereits fleißig mit dahin gerotzten Halbsätzen an ihrem Hochsitz werkeln, damit sie auch weiterhin erfolgreich über dem gemeinen Pöbel unterwegs sind.

Die üblichen Verdächtigen haben wieder mal erfolgreich ihr nächstes Opfer ins Bett gezerrt und andere widmen sich derweil wenig überzeugend, dafür umso primitiver ihrem Lieblingsthema “Sex, den wir nicht haben”.

Manch Twitter-Urgestein ist noch sichtlich unentschlossen, ob es nun lieber den anspruchsvollen Twitterer gibt oder ob es lieber szenetypisch aus der Gosse twittert. Irgendwas zwischen “Fishing for Compliments” und “Brechmittel galore”. Übrig gebliebene Attention Whores trollen mit stereotypischen Floskeln durch die TL und buhlen um was auch immer.

Die Bussi-Bussi-Fraktion leckt sich nach der wundersamen Auferstehung von Phönix aus der Asche gegenseitig nach Kräften am Arsch, während uns wenige, sehr wenige, einfach nur mit wunderschönen Bildern den Tag versüßen.

Im Gegensatz zu den ganzen Seiltänzern vorher, war der letzte Halbsatz durchaus respektvoll und wirklich ernst gemeint.

Fehlt nur noch, dass sich wieder der klägliche Rest damit brüstet besoffen über die Autobahn zu prügeln und alle Randgruppen wären bedient. RTL hätte wohl seine wahre Freude daran.

Alles in allem also ein richtig lustiger Tag. Oder etwa doch nicht?

Ich widme mich derweilen lieber der Musik und tauche ab in eine einfach nur schöne Welt der Sphären und Klänge so ganz ohne Misstöne.

Übrigens, wenn ihr wissen wollt, wie sich dieser Tag heute so anhört, lauscht mal hier bei Soundtaxi.net rein. Ein wirklich episches Stück von Manuel Mayer das ausgerechnet auch noch “Changing Games” heißt. Irgendwie passend.

In diesem Sinne einen schönen Sonntag liebe Welt da draußen.

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