Auf ein Wort!

Wieder einmal einer der Tage, an denen mich eine Situation traurig macht und zum Nachdenken bewegt, was in meinem Leben eigentlich so alles falsch läuft.

Diesmal geht es ums Thema “Zuhören” oder schlichtweg “Interesse” anderer an dem, was man macht oder plant.

Seit Tagen befasse ich mich sehr aktiv mit der Tourenplanung für meinen bevorstehenden Urlaub in den Bergen. Hin und wieder möchte man natürlich auch jemandem berichten, was man zwischenzeitlich so ausbaldovert hat, wie weit man ist und worauf man sich freut.

Da sieht man also seine Familie, will gerade Luft holen und wird just in diesem Moment aus allen Rohren zugetextet mit Belanglosigkeiten, Anliegen und was auch immer. Kaum beginnt man von sich zu erzählen, dauert es nur einen Augenblick und der Nächste fällt einem mit irgendeinem unbedeutenden Mist ins Wort. Selbst Nachbars Hund, der in den Hof gekotzt hat, ist wichtiger als meine Geschichte.

Kurzum signalisiert man damit nichts anderes als das, dass meine Themen offenbar uninteressant und unwichtig sind. Also schweige ich, drehe mich um und gehe. Wie so oft zuvor auch. Das Einzige was ich ernte, ist unverhohlenes Unverständnis.

Bis zu dem Punkt war ich eigentlich gut gelaunt, froh und glücklich über das, was ich mir alles für dieses Jahr vorgenommen habe. Schließlich ist das auch für mich ein Zeichen, dass ich wieder den Mut habe nach vorne zu blicken und endlich wieder Tatendrang entwickele. Ich bin endlich wieder auf der Suche nach meinen Grenzen, will austesten ob ich diese Freiheit, die ich wieder spüre auch leben kann.

Aber statt nur einem Hauch von Anerkennung ernte ich nur Desinteresse von allen Seiten.

Das was ich mittlerweile an Ungesagtem mit mir herum trage, weil es niemanden interessiert oder weil ich schlicht und ergreifend zu uninteressant für diese Gesellschaft bin, wird Tag um Tag mehr.

Manchmal frage ich mich allen Ernstes, ob nicht einmal mein engster Kreis, meine eigene Familie begriffen hat, wie sehr ich jeden Tag hart dafür kämpfen muss um genau das zu erreichen.

Na ja, nüchtern betrachtet geht mir das schon so, seit ich aus der Klinik zurück gekommen bin. Man hat damals schon erwartet, dass damit alles erledigt sei und meine “Probleme” ein für alle Mal der Vergangenheit angehören. Quasi das Betriebssystem im Kopf einmal neu aufgespielt und damit läuft der Teufel wieder rund.

Dass wir hierbei nicht von einer Erkältung sprechen, die man in absehbarer Zeit vollständig auskurieren kann, hat niemand begriffen und letztlich interessiert es auch niemanden wirklich.

Das ich mein Umfeld vergrault habe ist die eine Sache und letztlich auch zum größten Teil meine Schuld. Dass aber am Ende die eigene Familie zum täglichen Gegner wird ist einfach nur noch traurig und erstickt jegliche Hoffnung auf eine glückliche Zukunft.

Habe ich mich bereits von den Menschen aus meinem virtuellen Umfeld zurückgezogen, sollte ich vielleicht auch die eigene Familie künftig besser meiden und im wahrsten Sinne des Wortes “Mein Ding” machen.

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