Vier Wochen ohne Twitter

Wie ihr bestimmt bemerkt habt, ist der Seelenteufel wieder in der Twitter-Welt zurück. Sonst hättet ihr wohl auch kaum zu diesem Blogpost gefunden. Okay, der harte und treue Kern natürlich aber die breite Masse definitiv nicht.

Damit sind wir auch direkt beim Fazit dieser vier Wochen ohne Twitter und das fällt selbst bei allem Wohlwollen am Ende doch sehr ernüchternd aus. Es gibt auf Twitter sehr wohl Menschen, die sich kümmern und die sich Sorgen machen was da gerade hinter den Kulissen passiert.

Auch in meinem Fall und das ist ein gutes Gefühl. Im Großen und Ganzen kann man diese aber auch an einer Hand abzählen. Dennoch macht gerade das sie besonders und wertvoll.

Vieles was geschrieben wird, fällt unterm Strich wohl eher unter den Aspekt “Höflichkeit”. Unter wahrem und aufrichtigem Interesse an einem Menschen verstehe zumindest ich etwas anderes. Ist man erst einmal weg, ist man auch sehr schnell vergessen. Das Partyvolk zieht fröhlich weiter zum nächsten Leichenschmaus.

Selbst dann, wenn man selbst noch eine Tür einen Spalt weit offen gelassen hat. Nur wenige finden tatsächlich den Weg.

Aber keine Angst, für mich ist das keine wirklich neue Erfahrung sondern einfach nur gelebter Alltag. Ich kenne es nicht anders. Von daher braucht es schon mehr um mich wirklich zu erschrecken.

Ist der Teufel wirklich wieder zurück? Ganz der Alte? Wird jetzt alles wieder wie es war?

Nein, bei weitem nicht. Allenfalls der Account wurde mit diesem Schritt davor bewahrt von Twitter in die ewigen Jagdgründe geschossen zu werden. Dafür steckt dann doch zu viel Herzblut drin. Im Moment habe ich einfach keine Richtung mehr wie ich mit diesem Medium umgehen soll, um nicht wieder in einer Tour anzuecken.

Twitter begann für mich als großer Spaß und erreichte vor nun genau vier Wochen einen Punkt, an dem ich die Nase gestrichen voll hatte. Voll von Twitter, voll von den ganzen Egomanen und Soziopathen, voll von Menschen, die mir nicht gut tun und voll von fortwährenden Lügen und Unwahrheiten. Der Druck auf dem Kessel hatte sprichwörtlich einen mehr als kritischen Punkt erreicht.

Viel Spielraum blieb da nicht mehr und keine 24 Stunden später wäre mir der Kragen definitiv geplatzt und das wollte ich den Menschen dort draußen einfach nur ersparen und natürlich mir selbst am Ende auch.

Dass dieser Schritt zwangsweise auch Menschen trifft, denen ich durchaus wichtig war, war mir zwar bewusst, doch gab es just in diesem Moment definitiv nur diesen einen Weg.

Also Stecker raus und zwar sofort!

Ich habe meinen Blog, da bin ich der Herr über die Worte und zwar nur ich und wer mich lesen möchte kann das tun, wer nicht darf es auch lassen. Belästigt fühlen kann sich dort am Ende nur der, der dies von sich aus aktiv zulässt.

Der Seelenteufel war und wird niemals ein flauschiger Kuschelbär werden. Weder im virtuellen Leben noch in der Realität. Ich bin ein Querdenker, ein Polterer, zuweilen laut, bestimmt immer wieder ordentlich ungerecht aber ich stehe zu dem was ich sage und tue. Ich habe nie wirklich gelernt wie sich Liebe und Vertrauen anfühlt. Von daher sollte man das von mir auch nicht erwarten. Das erspart manch herbe Enttäuschung.

Aber da gibt es auch eine andere Seite. Während sich viele in der anonymen Online-Welt lieber hinter martialischen Worten verstecken und im Ernstfall nicht einmal ein laues Lüftchen daher kommt, kann man bei mir davon ausgehen, das auf einen Blitz auch ein entsprechender Donner folgt und danach der Dachstuhl brennt. Definitiv!

Natürlich mag das nicht jedem gefallen aber deswegen werde ich alles, nur bestimmt mich nicht verbiegen. Wer ein Problem damit hat, dem gab der Herr einen Mund zum Reden oder auch Finger zum Schreiben und ich bin bestimmt alles, nur nicht der Typ, der vor einer Konfrontation davon läuft. Ganz im Gegenteil! Wem dazu der Schneid fehlt, für den hat die Evolution Beine, in der Regel bis zum Boden, vorgesehen. Auf selbigen kann man sich recht zügig weit entfernen und damit, wie heute oft üblich, jeglicher klärenden Diskussion aus dem Weg gehen.

Und ja, auch wenn mancher es nicht hören will, ich kann hassen und das abgrundtief. Wer mir einmal richtig unangenehm aufgestoßen ist, hat es für die Zukunft verdammt schwer bei mir jemals wieder einen grünen Zweig zu erreichen. Ob das sinnvoll und vernünftig ist, steht auf einem anderen Blatt. Auch dass ist kein Charakterzug auf den ich unbedingt stolz bin aber es ist ein Teil von mir und ob ich diesen Teil jemals “allgemeinverträglich sozialisiert” bekomme darf bisher zumindest bezweifelt werden. Zu oft wurde ich in meinem Leben einfach nur “verarscht”.

Nichts desto Trotz steht auch dieser Punkt nach wie vor auf meiner langen “To-do-Liste”.

Also Twitter ja aber ob ich jemals wieder Menschen im echten, realen Leben so nahe an mich heran lassen werde wie bisher, steht in den Sternen. Zu viel ist geschehen und zu viel ist dabei kaputt gegangen. Zu viel, was unerschütterlich war, wurde irreparabel beschädigt. Nicht nur bei mir, auch bei anderen Menschen. Menschen, die mir nach wie vor viel bedeuten. Menschen, die ich gerne noch ein Stück weit in meinem Leben gehabt hätte.

Es hat am Ende nicht sollen sein und ja, natürlich trage auch ich einen großen Teil der Verantwortung. Daran besteht, zumindest für mich, kein Zweifel. Denn auch wenn man mir viel vorwerfen kann, dann jedenfalls nicht, dass ich nur meinen Weg als den einzig richtigen erachte. Dazu bräuchte es nämlich zunächst einmal ein standfestes Selbstwertgefühl und bereits da muss ich passen.

Das alles ist unterm Strich ein so hoher Preis, den diese ganze Geschichte rund um Twitter bei weitem nicht einmal ansatzweise wert ist. Ganz im Gegenteil. In dieser kruden Welt wurden und werden Prioritäten falsch gesetzt. Heute ist es offenbar wichtiger, einen guten Ruf in der Online-Welt zu haben und dort von der Masse angehechelt zu werden. Da muss die reale Welt schon mal hinten anstehen.

Freunde der Nacht! Genau das ist der springende Punkt! Einen Scheißdreck muss die reale Welt!

Und exakt das wird die Maßgabe für den künftigen Weg. Nicht mehr, aber auch keinen Deut weniger!

Also ein weiterer, aber diesmal definitiv auch allerletzter Versuch mit dem Medium “Twitter” vielleicht wieder ein Stück weit Frieden zu schließen und am Ende vielleicht auch die notwendige Ruhe im Umgang damit zu finden.

Ich werde lernen müssen, dass ich zwar geduldet aber auf Abstand gehalten werde. Ich werde begreifen müssen, dass ich in gewissen Kreisen schlichtweg unerwünscht bin. Ich muss ertragen lernen, dass es eine Wahrheit für mich und für andere gibt. Ich werde auch Subjekte und deren absurde Äußerungen erdulden müssen, denen ich im wahren Leben nicht einmal Beachtung schenken würde.

Ein verdammt hoher Preis für ein klein wenig Spaß in dieser selbstverliebten Welt. Ob es das wirklich wert ist, werden wir sehen. Oder eben auch nicht.

Ich habe fertig! Habt einen guten Start in die Woche und passt auf euch auf. ALLE!

1 Kommentar zu Vier Wochen ohne Twitter

  1. Hallo Teufel,

    Das hast du sehr schön geschrieben, mit vielen klären Worten und Ansichten, die ich so nur unterstreichen kann.

    Viel Erfolg bei der Umsetzung

    Deine

    Schmerzschwarz

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